Musik ist Yoga. Der Yoga des Klanges heißt Nada-Yoga. Das Singen
von spirituellen Liedern gehört zu Bhakti-Yoga, dem Yoga der Liebe und
Hingabe.
Als Erstes manifestierte sich eine Schwingung, aus der Schwingung
entstand Klang und aus dem Klang: OM. Das OM beinhaltet alle Klänge
und alle Wörter, die jemals entstanden sind.
Das hingebungsvolle Singen von spirituellen Liedern ist die Sprache des
Herzens, es wirkt wie eine Wundermedizin, die Disharmonien in wenigen
Augenblicken beseitigen kann. Aus Niedergeschlagenheit erwächst
Zuversicht und Freude. Zorn verwandelt sich in Liebe, Unruhe und
Feindseligkeit werden zu Gelassenheit und Frieden. Alle Ebenen werden
tief berührt, Körper, Geist und Seele erfahren Harmonie. Man schwingt im
Gleichklang mit der universellen Kraft und kehrt zu seiner wahren Natur
zurück. Die Sprache der Musik kann jeder verstehen. Mantra-Singen hilft
tamasige (dunkle) und rajasige (unruhige) Eigenschaften zu überwinden.
Die Zusammensetzung der Buchstaben eines Mantras können alle
vorherigen Samskaras (Eindrücke, Tendenzen des Geistes, die durch
frühere Handlungen verursacht wurden) auslöschen.
Mantra Yoga ist eine exakte Wissenschaft.
SANKIRTAN – DAS HINGEBUNGSVOLLE SINGEN VON GOTTES NAMEN
Im Sankirtan finden sich Menschen zusammen und singen in der Gruppe
an einem gemeinsamen Ort den Namen Gottes. Sankirtan ist eine der neun
Arten von Bhakti. Durch Kirtan alleine kann Gott verwirklicht werden.
Es ist die einfachste Methode, um im Kali Yuga, dem eisernen Zeitalter,
Gottesbewußtsein zu erreichen, „ Kalau Kesava Kirtanat“. Wenn
Menschen zusammenkommen und Sankirtan praktizieren, wird ein
mächtiger spiritueller Strom, Mahashakti, erzeugt. Dies reinigt das Herz
der Suchenden und erhebt sie zu höchsten Höhen göttlicher Ekstase oder
Samadhi.
Die machtvollen Schwingungen werden zu entfernten Plätzen getragen.
Sie erheben den Geist aller Menschen, bringen ihnen Trost und Kraft und
wirken als Verkünder von Frieden, Harmonie und Eintracht. Sie zerstören
feindliche Kräfte und bringen rasch Frieden und Glückseligkeit in die
ganze Welt.
Gott Hari sagt zu Narada: „Naham Vasami Vaikunthe Yoginam Hridaye
Na Cha, Madbhakta Yatra Gayanti Tatra Tishthami Narada“ „ Ich bin nicht
in Vaikuntha und auch nicht in den Herzen der Yogis, sondern ich bin dort,
wo Menschen die mich verehren, meinen Namen singen, oh Narada“.
Kirtan vernichtet Sünden, Vasanas und Samskaras, füllt das Herz mit
Liebe und Hingabe und führt den Gläubigen vor das Angesicht Gottes.